GESCHICHTLICHER HINTERGRUND

Das Domkapitel

koelner_domGemeint ist hier natürlich das Kölner Domkapitel, das sich heute Metropolitankapitel nennt und aus 12 Mitgliedern besteht, geleitet vom Domprobst, der auch der Hausherr des Doms ist. Das Domkapitel existiert bereits seit 1200 in Köln. Anfangs waren nur Mitglieder alter Adelshäuser zugelassen. Da der Kölner

Erzbischof  gleichzeitig Kurfürst war, also auch weltlicher Herrscher, verfügte das Domkapitel gleichfalls über starken Einfluß, auf geistlichem wie auf  weltlichem Gebiet. Das Domkapitel wählte schon damals den Erzbischof, der dann vom Papst ernannt wird. Im 18. Jahrhundert übernahm das Domkapitel sogar für mehrere Jahre für den abwesenden Fürstbischof die Herrschaft im Kurstaat Köln.

Ländereien des Domkapitelhofes

Die Macht des Kölner Domkapitels drückte sich auch in umfangreichem Landbesitz aus. Zur Steingewinnung für den 1248 begonnenen Dombau, kauften die Kölner Domherren  z. B. 1306 auch Grundstücke  an den Hängen des Drachenfels. Doch Mitte des 16. Jahrhunderts wurde die Bautätigkeit am Kölner Dom eingestellt, die Steinbrüche still gelegt und die Transportwege und Halden rekultiviert. Auf diese Weise kam das Domkapitel zu seinem Weinbergbesitz am Drachenfels und damit später auch  zum Domkapitelhof. In den Weinbergen der Gemarkung Rhöndorf wurden Grenzsteine mit dem Wappen des Kölner Domkapitels gefunden. Einer befindet sich im Siebengebirgsmuseum in Königswinter, ein zweiter am Kellereigebäude am Weingut Broel in Rhöndorf

Der Domkapitelhof

niedergang_keller_klÜber dem Eingang zum kleinen Keller des heutigen Domkapitelhofes ist die Jahreszahl 1601 eingeritzt. Es ist dies der älteste Nachweis für die Entstehung des Hauses, das beim Franzoseneinfall im Mai 1689 abbrannte. Aber schon 1690 hatten die damaligen Besitzer den Hof wieder aufgebaut.  Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass die Balken im südlichen Teil des Hauses in dieser Zeit eingebaut wurden. Die einzelnen Bauabschnitte des Hofes, der auch über Scheune und Stallungen verfügte, wurden in der Zeit bis etwa 1750 komplettiert. In dieser Zeit war das Gehöft auch an das Domkapitel gefallen. Das geht aus einem Pachtvertrag des Jahres 1753 hervor. Der Wein bzw. der daraus erzielte Erlös fiel übrigens der Kölner Dombauhütte zu, damals „Domfabrik“ genannt. Durch die von Napoleon veranlasste Säkularisierung kirchlicher Güter wurde auch das Domkapitel aufgelöst und der Rhöndorfer Besitz fiel an eine Domänenverwaltung bis zur Versteigerung im Jahre 1824. Der Appelationsgerichtsrat Dahm aus Köln erwarb das Weingut. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts blieb es in diesem Familienbesitz.